Aufklebersport

In letzter Zeit sehe ich ab und zu nationalistische und rassistische Aufkleber, die gegen Flüchtlinge hetzen oder ein ewig-gestriges Deutschlandbild verherrlichen.

Ich bin jedem Mal wieder schockiert, welcher Aufwand für solche Aufkleber gemacht wird. Ein Mensch macht das Design, den Druck, den Vertrieb, ein Mensch kauft diese Aufkleber und bringt sie an. Welche Gedanken haben diese Menschen, die einen solchen Aufwand zur Verbreitung von menschenverachtendem Hass betreiben?

Wenn ich solche Aufkleber entdecke, betrachte ich deren Entfernung oder Unkenntlichmachung als meine sportliche Aufgabe.

1.12.17 11:57, kommentieren

Gamifizierte Diktatur

Bisher waren Diktaturen ziemlich dröge, endlose Sitzungen von alten Männern, in denen Partei und Führer in höchsten Tönen gelobt wurden. Dissidenten wurden langweilige Schauprozesse gemacht, deren Ergebnis schon davor feststand, diese verschwanden im Anschluss auf Nimmerwiedersehen. So ist es doch klar, dass sich die Untertanen lieber in Spielen tummeln oder in Chatforen austauschen, anstatt sich für die Diktatur zu begeistern.

Diese Herausforderung hat Xi Jinping nun gelöst, indem er Punkte für seine Staatsbürger einführen will. Verhalten sie sich im Sinne der Diktatur, so steigt ihr Punktekonto; bei staatsschädigenden Aktionen verlieren sie Punkte. Diese Idee kann man perfektionieren und daraus ein lebenslanges Spiel für jeden Chinesen designen. Schon ein Kleinkind kann Punkte sammeln, wenn es regelmäßig Bilder vom Parteivorsitzenden anklickt. Als Jugendlicher gibt es einen Studienplatzbonus für das Verpfeifen von rebellischen Klassenkameraden und Rentner können die nächste Vorsorgeuntersuchung freispielen wenn sie alle verdächtigen Personen in ihrem Wohnblock melden.

Damit ergeben sich ungeahnte neue Möglichkeiten der Beeinflussung der Menschen. Endlich erreicht die Diktatur jeden Menschen auch im letzten Dorf.

Ich bin mir sicher, dass die Nachfrage bei allen Diktatoren und Despoten rund um den Globus immens sein wird und dies der nächste chinesische Mega-Exportschlager ist.

24.10.17 09:20, kommentieren

AfD Wochenende

Am Wochenende war ich unterwegs durch Deutschland. In jedem Dorf die Wahlplakate für den Bundestag. Ich war entsetzt von der großen Anzahl an Wahlplakaten für die AfD. Mir wurde bewusst, wie viel Geld und Personal die AfD in diesen Bundestagswahlkampf investieren konnte. Dahinter stehen viele Menschen, die Geld und Zeit investieren, um ihre nationalistischen und rassistischen Ansichten in die Bundespolitik zu bringen. Leider hat sich mein Eindruck am Sonntag bestätigt und die AfD ist die drittstärkste Partei geworden.

Ich wünsche mir, dass die stille Mehrheit der schlafenden Demokraten endlich aufwacht, die Gefahr für unsere Demokratie durch die AfD erkennt und ebenfalls politisch aktiv wird.

2 Kommentare 25.9.17 16:21, kommentieren

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