Was machen Megastädte mit den Menschen?


Vor kurzem war ich in China, diese Megastädte Shanghai und Peking sind schon der Wahnsinn. Mehr als 20 Millionen Einwohner, in Mitteleuropa gibt es keine ähnliche Struktur. Für einen Städteausflug fand ich es toll aber dort leben könnte ich mir vorstellen.

Doch für viele Chinesen sind diese Megastädte der Anziehungspunkt schlechthin. Sie versprechen Wohlstand und ein besseres Leben. Auf jedem möglichen Quadratmeter wird, geworben; der Konsum ist dort übermächtig. Es entsteht dort eine Spirale aus Geld verdienen und Befriedigung immer größerer Wünsche. Diese Spirale wird von immer neuen Werbestrategien und Produktneuheiten schneller und schneller gedreht.

Gleichzeitig werden die sozialen Bindungen in diesen Städten immer geringer. Die Menschen vereinsamen in riesigen Wohnsilos, man ist nur noch eine Nummer. In der Scheinwelt des Konsums betäuben diese Menschen ihre innere Leere.

Doch stumpft man damit nicht immer mehr ab? Kann man sich noch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen? Wo bleiben in diesem Spiel die echten Werte, wie Begegnungen zwischen Menschen, Freundschaften, Mitleid und Fürsorge für die Mitmenschen? Werden diese Werte immer stärker zurückgedrängt und drohen zu verkümmern?

Ein Leben mit dem ausschließlichen Ziel von Luxus ist kaum lebenswert. Es fehlen die menschlichen Begegnungen ohne wirtschaftlichen Nutzen, wodurch das Leben an innerem Reichtum gewinnt. Ein Lächeln, ein freundliches Wort, die gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe im Alltag, all dies ist Balsam für die Seele. Zwischenmenschliche Gemeinschaften existieren nicht mehr, die Gesellschaft wird nur noch vom gemeinsamen Streben nach Wohlstand zusammen gehalten. Dadurch wird sie sehr fragil und bei wirtschaftlichen Krisen droht sie auseinanderzubrechen.

Ich würde mich freuen, wenn eines Tages eine immer stärkere Gegenbewegung entsteht, die die inneren Werte wieder in den Mittelpunkt stellt.

27.11.15 13:03

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