Aufbruch in den Städten

Ich sehe unsere größeren Städte in Deutschland momentan in einer grandiosen Aufbruchsstimmung.

Junge, gut ausgebildete, intelligente und kreative Menschen ziehen in die Städte. Sie schaffen sich dort Räume für innovative Arbeit und neue Lebensmodelle. In Berlin ist in den letzten Jahren etablierte sich eine Kreativ- und Kulturszene, die als Magnet für junge Menschen aus der ganzen Welt wirkt. Diese bringen neue Ideen in die Städte, verändern bestehende Lebensmodelle und bringen eine ganz neue Lebensqualität in bisher sterile oder heruntergekommene Stadtquartiere. Als Beispiele fallen mir spontan das Coworking, neue Modelle von Leben und Arbeiten, Imkern in der Stadt und das Anlegen von Gärten auf Balkonen und Freiflächen an.

Was ist dagegen mit unseren Dörfern?

Fast alle jammern, dass die Dörfer aussterben. Durch den demographischen Wandel zusammen mit Abwanderung haben wir viel Leerstand, ganze Dörfer sind bereits verödet. Den Politikern fällt meist nur der Ruf nach mehr Fördermitteln ein. Aber die Probleme liegen tiefer. Es gibt zu wenige hochwertige Arbeitsplätze, kaum kulturelle Angebote und wenige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Viele Dorfgemeinschaften sind kaum noch vorhanden, da es oft nur noch wenige Treffpunkte für ein soziales Miteinander gibt. Kein Wunder, wenn viele junge Leistungsträger in die Städte abwandern.

Jammern bringt uns nicht weiter. Bis auf wenige herausragende Beispiele vermisse ich kreative Ideen und die nötige Tatkraft zur zukunftsfähigen Gestaltung unserer Dörfer.

10.5.16 17:31

Letzte Einträge: Offener Umgang mit Defiziten, Metademokratie, Geld vermehren, Nach Corona, Was ist Karriere?, Quantensprünge

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lebenslabyrinth (10.5.16 22:12)
Der Aufbruch der Städte ist faszinierend...da gedeihen Ideen auch ohne Fördermittel... diese find ich aber wichtig für die ländliche, ärmere Struktur - um dass sich da, wenn vlt. auch nicht immer gleich bemerkbar, doch auch eine Kulturszene im Kleinen erhalten kann - ich habe bildlich und hautnah nicht so arg den Eindruck, dass sich die Dörfer rasant dezimieren...


seelchen (18.5.16 17:03)
Es wäre doch eine schöne Perspektive, wenn sich in den "brach" liegenden Dörfern eben jener Zukunftsgeist entwickeln kann...wenn man vielleicht wieder Dinge selbst anpackt, anpflanzt, sich selbst versorgt, unabhängig davon, ob man arbeitslos ist. Man ist von so vielen Dingen abhängig und hat verlernt kreativ neue Perspektiven zu entwickeln. Der Staat kann Starthilfe geben, aber die Menschen vor Ort müssen Ideen entwickeln und Initiativen bilden. Es klappt in manchen Dörfern, in anderern nicht. Kooperation anstelle von Konkurrenz. In Berlin verändert sich viel....doch hoffentlich eben nicht nur, um ökonomisch schwächer Gestellte zu verdrängen. Dies beobachte ich teilweise...aber es bilden sich auch hier immer mehr Initiativen, Bündnisse, Coexistenz und wie du sagst, es wird daran gearbeitet der Natur was zurück zu geben, eigenverantwortlich Nahrung zu produzieren, Wissen zu teilen. Hier findet jeder seine Nische Dieses Wissen müsste nur geteilt werden...und dann zählt nur einfach "machen".

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